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Wie ein Phönix aus der (glühenden) Asche

Es hätte spannender nicht sein können: Bei 35 Grad lieferten sich die Herren des VfB Friedrichshafen am Sonntag am Saisonfinale zwei Abnutzungsschlachten auf dem verbrannten Rasen des TV Heuchlingen.

Zwei Jahre zuvor hatten die Männer hier wegen eines 8:11 im fünften Satz gegen den Gastgeber den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst. An diesem Tag ging es um den Klassenherhalt. Der Aduktoren-verletzte Cristian Kretschmar musste von der Bank aus zusehen, wie die Stammbesetzung mit der brüllenden Hitze zurecht kam.

Gegen den Tabellennachbarn aus Trichtingen stand David Ressel, der die halbe Saison verpasst hatte, endlich zur Verfügung. Auf dem knochenharten Platz entstand ein Spiel, das taktisch an Hallenfaustball erinnerte: Zuspiel ans Netz, hohe Preller zu den Seiten. Nach einem 6:11 wechselten die Seehasen im Angriff durch, um die Strapazen zu verteilen. Nach Ressel übernahmen Mario Müller und Tobias Paul jeweils den Hauptangriff. Während der schier nicht enden wollenden, mehr als 95-minütigen Schlacht wurde jeder weitere Satz in der Verlängerung ausgetragen. Mit 14:12 drehten die Männer in Rot Satz zwei nach der Abwehr mehrerer gegnerischer Satzbälle. Satz drei und vier gingen hart umkämpft und unglücklich mit 10:12 und 10:12 an den Gegner. Hätte der VfB einen dieser Sätze mit 12:10 gewonnen, wäre der Satzerhalt mit einem Sieg gegen den Wiederabsteiger und Titelanwärter Heuchlingen noch drin gewesen.

Das klang unrealistisch. Doch das Team fand zum ersten mal seit vier enttäuschenden Spieltagen wieder zu seiner Form. Ohne Pause nach dieser brachialen Belastung sich stellte das Team dem TV Heuchlingen, der für seine hämische und lautstarke Fankulisse bekannt ist. Dann geschah die kleine Sensation: Der designierte Absteiger vom Bodensee beherrschte das Spiel zu jeder Zeit. Das Abwehr-Bollwerk aus Ressel (in diesem Spiel ohne Fehler) und Schmidt war für den Gegner unüberwindbar. Müller punktete befreit aufschlagend mit fast jeder Angabe direkt, Michael Pieper spielte ideal zu und Paul durchschoss die gegnerischen Abwehrreihen. Nach 11:6 und 11:6 wurde klar, dass die Kondition der Häfler selbst nach diesem ersten Spiel einfach besser war. Heuchlingen probierte mindestens fünf verschiedene Aufstellungen, um dem wieder erwachten Erzfeind Paroli bieten zu können – erfolglos. Aus purem Übermut schenkten die Häfler Satz drei mit 2:11 her, um in Satz vier erneut zuzuschlagen. Beinahe verbremst durch einen 4:7-Rückstand drehte Paul das Spiel mit vier perfekten Angriffen und der VfB holte den Sieg mit 11:9 im letzten Satz. Zu erwähnen ist noch die 100-Prozent-Angriffsquote von Zuspielroutinier Pieper, der in beiden Spielen immer wieder aus den unmöglichsten Bällen die unmöglichsten Punkte machte und beide Gegner in jedem einzelnen Fall mit seinem Spielwitz düpierte. Mit einer starken Leistung, die für diese Saison zu spät kam, verabschiedet sich der VfB Friedrichshafen. Ausfälle durch Beruf, Verletzung, Krankheit: in der Summe eine Winzigkeit zu viel. Wegen zwei Bällen – knappstmöglich – steigt die Mannschaft nun ab. „Das war ein Warnschuss, der uns zeigt, dass wir anders trainieren müssen“, sagte Ressel nach dem Spiel. „Das fühlt sich so gut an, dass wir wieder da sind. Ich fühle mich wie ein Sieger, obwohl wir absteigen“, sagte Schmidt. Die Mannschaft ist sich einig.

Das Ziel für das kommende Jahr ist: Verbandsliga-Meister 2017.

Es spielten: David Ressel, Tobias Paul, Mario Müller, Michael Pieper, Fabian Schmidt.

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